Mehr als 300 BürgerInnen sind zu Ihrem Bürgerhaus gekommen. Einige hatte bestimmt der einsetzende Schnee-/Regenfall abgehalten. Trotzdem ein tolles Bild: Kinder, SchülerInnen, Erwachsene. Jung und alt waren vertreten. Dazu Vertreter der Vereine und Organisationen, Geschäftsleute, Mandatsträger aus Bezirks- und Stadtrat. Transparente, Banner, Schilder, Plakate so weit mal blickte.
Heinz-Günther Lackner (Präsident des Verkehrsvereins) wies in seinen Worten auf die gewachsenen Strukturen in Dudweiler hin und auf das Selbstbewußtsein der Dudweiler, die seit den Kämpfen gegen die Kommunalreform in den 70ern immer wieder aus Saarbrücken eins auf den Deckel bekommen haben. Wir werden uns auch jetzt wieder wehren.
Bezirksbeigeordneter Jörg Sämann sprach von Kahlschlagspolitik und davon, dass Saarbrücken die Stadtbezirke ausbluten lassen will. In einem solchen Hau-Ruck-Verfahren können keine vernünftigen Entscheidungen getroffen werden - nicht über die Köpfe der Bürger und der Bezirksräte hinweg. Bereits 2005 hat die Bezirksverwaltung Dudweiler ein 390.000-€-Spar-Paket aus eigener Kraft umgesetzt. "Dudweiler hat seine Hausaufgaben gemacht."
Frau Junk, die Initiatorin des ersten Protestes gegen die Schließung des Freibades, rief dazu auf, dass sich die Bürger gegen diesen Sparkatalog wehren müssen.
Ulrich Jäckels fasste das Sparpaket noch einmal zusammen: Bürgerhaus privatisieren; Frei- und Lehrschwimmbad schließen; Bibliothek schließen; Zugehörigkeit der sechs Kindertageseinrichtungen nach Saarbrücken verlagern; Bauhof ausgliedern, BVD und Bezirksbürgermeister als Ansprechpartner in Dudweiler auflösen. Somit würde der Aufgaben- und Kompetenzbereich von Bezirksrat und Bezirksbürgermeister soweit eingeschränkt, dass ein einem Mann ohne Arme und Beine gleichkommt, der nur noch freundlich lächeln darf. Das kann nicht sei.
Die verschiedenen Vereine und Organisationen in Dudweiler, Gewerbetreibende und politischen Parteien müssen hier in Dudweiler nun eng zusammenrücken und gemeinsam gegen diesen Sparkatalog vorgehen.
Am Dienstag um 16.00 Uhr treffen sich im Bürgerhaus Interessierte, um die weiteren Aktionen und Maßnahmen zusammen zu fassen und als Bürgerinitiative zu steuern. Es ich wichtig, dass ganz Dudweiler hier an einem Strang zieht; dass es Ansprechpartner gibt; das Organisation und Kommunikation in vernünftigen Bahnen laufen.
Zu dem Treffen sind Interessierte BürgerInnen eingeladen und vor allem delegierte Interessenvertreter aller Vereine und des Gewerbes.
"10 Äste können einfach zerbrochen werden - Ein Bündel Äste zerbricht niemand."
Inzwischen gibt es - wie am Rande bekannt wurde - Beschlüsse verschiedener Stadtratsfraktionen, dass der Sparmaßnahmenkatalog in der Stadtratsitzung am 16.3. (Congresshalle) abgelehnt wird. Bleibt zu wünschen, dass die übrigen Mandatsträger ebenfalls so entscheiden und nicht irgendeinem Druck nachgeben.
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Bild: Ralf-Peter Fritz / Text Ulrich Jäckels |